„Der Weltrekord war eigentlich Nebensache“

 

Das Krufter Inklusionsportprojekt „Einfach Gemeinsam“, das im letzten Jahr die Sterne des Sports gewonnen hatte und sogar von der Bundeskanzlerin ausgezeichnet wurde, sorgte vor einigen Tagen für ein neuerliches Highlight im inklusiven Sport.

Die Verantwortlichen hatten zum Weltrekordversuch im „Dauer-Inklusions-Tischtennis-spielen“ in die Sporthalle Kruft eingeladen.

Und eingeladen bedeutete in dem Zusammenhang - Jeden eingeladen - Kinder, Jugendliche, Erwachsene, egal,  ob mit oder ohne Beeinträchtigung.

Dabei war es die Absicht, dass sich die „Menschen an der Platte begegnen bzw. im Doppel miteinander agieren ohne organisatorische Vorgaben“.

An insgesamt 9 „Tischen“ war dies möglich.

Zur Akkreditierung des Rekordes musste immer „Platte 1“ inklusiv besetzt sein. Diese Platte wurde über Webcam ins Internet übertragen bzw. auf Festplatte aufgezeichnet. An dieser Platte wurde dann auch quasi ohne Pause gespielt. Aber auch die anderen 8 Platten waren stark frequentiert.

Neben der technischen Ausstattung hatten die Organisatoren von DJK Kruft/Kretz und TV Kruft an alles gedacht: 25 Helfer warteten mit gesunder Ernährung, 200 Tischtennisbälle, 3 , 35 TT-Leihschläger, 3 Kaffeemaschinen, 8 Kisten Cola, Engery Drinks und jeglichem Equipment was mit für ein solches Event braucht.

Neben der sportlichen Herausforderung, war es natürlich Absicht der Organisatoren, auch Begegnung außerhalb der Halle zu schaffen und  auf das Thema Inklusion nachhaltig aufmerksam zu machen.

Dazu hatte man sich kompetente Partner mit ins Boot geholt, u.a. das Netzwerk Inklusion MYK, Special Olympics Rheinland-Pfalz und den Behinderten- und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pfalz.

Auch der Umstand, dass sich die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler als Schirmherrin zur Verfügung gestellt hatte, verdeutlicht den Stellenwert, den die Veranstaltung hatte. Und das Ganze im Kontext der Kirmesaktivitäten in Kruft.

Freitags um 17.00 Uhr ging es dann mit entsprechenderVorfreude und einer großen Resonanz los.

Familien, Vereine, Einrichtungen der Behindertenhilfe aus der Region, aber auch viele Einzelpersonen  waren am Start. Immer wieder wurden die Spielpartner getauscht, neue Doppelkonstellationen gesucht und viel miteinander kommuniziert.  Die ersten Stunden vergingen wie im Fluge. Nachts um 04.00 Uhr herrschte so großes Interesse, das es zu TT-Schlägermangel kam.Viele Mitbürger war vor Ort um die Veranstaltung durch die Nacht begleiteten und so ihren Beitrag zum Rekordversuch leisteten. Im Hintergrund hatte die Helfercrew um Hildegard Laux-West  alles im Griff und Sportler und Zuschauer wurden bestens versorgt.

Morgens um 07.00 Uhr wurde es dann aber „etwas eng“. Die Nacht hatte viel Kraft gekostet. Einige Sportler waren ermüdet und hatten sich zum schlafen zurückgezogen. Lediglich an 3 Platten wurde noch gespielt.

Aber dieser Engpass wurde schnell gemeistert, da das ehrgeizige Ziel auch immer wieder motivierend wirkte. Außerdem kamen ab 10.00 Uhr wieder neue Spieler in die Halle. Auch Krufts Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel war vor Ort.  Durchgehend waren nun fast alle Platten besetzt. Immer wieder wurden unkompliziert die Spielpartner gewechselt bzw. man verständigte sich auf ein Doppel.

Aber auch die Begegnung außerhalb der Sporthalle kam nicht zu kurz. Bei Kaffee und Kuchen wurde das praktiziert, worum es eigentlich bei der Veranstaltung geht – um das selbstverständliche Miteinander. So rückte das Ziel den  „Weltrekord“  zu schaffen  schon fast in den Hintergrund.

Immer wieder konnte man neue Mitstreiter an die Platte lotsen, die eigentlich nur zum zuschauen gekommen waren. Rechtzeitig um  16.55 Uhr  befiel dann alle Beteiligten ein erwartungsvolles Kribbeln und pünktlich um 17.00 Uhr brandete kollektiver Jubel auf. Riesenapplaus und knallende Sektkorken sorgten für einen würdigen Rahmen, für  die nun einsetzende Siegesfeier. Vor allem das gemeinschaftliche Erleben des Ziels sorgte für gute Stimmung. Das man nebenbei den Weltrekord im „Dauer-Inklusions-Tischtennis-spielen“ erreicht hatte, war da eher Nebensache.

Insgesamt 123 Teilnehmer waren über 24 Stunden dabei, die in Summe insgesamt 107 Stunden an der Platte gestanden hatten. Der älteste Teilnehmer war 77 Jahre, der jüngste 8 Jahre alt.  7 Einrichtungen der Behindertenhilfe waren der Einladung nach Kruft gefolgt um Inklusion erfahrbar zu machen. Das Projekt „Einfach Gemeinsam“ wird auch im kommenden Jahr neu aufgelegt weitermachen. Aktuell wird das Jahresprogramm   2017 geplant, aber auch in 2016 werden noch 3 weitere inklusive Maßnahmen durchgeführt. Weitere Informationen auf den Internetseiten der DJK Kruft/Kretz und des TV Kruft.

 

Ortgemeinde Kruft