Der „Oscar des Breitensports“ geht in die Eifel

DJK Alemannia 1921 Kruft/Kretz und Turnverein 1986 Kruft werden in Mainz zum Gewinner des „Silbernen Stern des Sports“ gekürt


Platz zwei ging an den Mombacher Turnverein 1961, der für sein Projekt „Kinderwelt – spezielles Angebot für Babys und Kinder im Vor- und Grundschulalter“ mit 1.500 Euro ausgezeichnet wurde. „Durch unsere Kooperationen mit Kindergärten nutzen immer mehr Kitas das Angebot“, verriet MTV-Vorstandmitglied Birgitt Nebrich. „Dadurch merken auch immer mehr Eltern, wie wichtig Sport ist und wie sehr Sport Spaß machen kann.“ „Dieses Projekt ist eine tolle Geschichte“, fand nicht nur Tobias Schmitz, Vorstandsmitglied der Volksbank Alzey-Worms mit Niederlassung VR-Bank Mainz. „Der Verein hat eine tolle Mitgliederentwicklung, das deutet auf Nachhaltigkeit hin.“ Das gewonnene Geld diene auch dazu, dass der MTV weiter investieren könne. Nicht umsonst wurde der MTV für den in diesem Jahr erstmals vergebenen Publikumspreis nominiert, durch den er die Möglichkeit hat, über ein Online-Voting ebenfalls noch in Berlin dabei sein zu dürfen.

Auf den dritten Platz wählte die neunköpfige Jury um LSB-Vizepräsident Walter Desch den ASC Theresianum Mainz, der für sein Projekt „Integration bewegt – Basketball verbindet“ mit 1.000 Euro prämiert wurde. Die jeweils mit 500 Euro dotierten Förderpreise gingen an den MTV Club Mehring für das Projekt „Trailpark Mehring“, den Sportverein Bettenfeld 1948 für sein Projekt „FELS – Förderung des Ehrenamtes durch leistungsorientiertes Sponsoring“, den Tennisclub Weiss-Rot 1897 Speyer für sein Programm „Investieren in Jugend und Steine, statt in Beine“ sowie an den Turnverein 1891 Rammelsbach für das Projekt „Sport nach einem Infarkt kann Leben gegebenenfalls Jahre geben, aber mit Sicherheit auch den Jahren Leben“.

Minister Lewentz sagte, er sei „wieder einmal beeindruckt von der Vielfalt der Projekte und davon, mit wieviel Herzblut die Vereinsmitglieder bei der Sache sind“. Jahr für Jahr erlebe er „ein Engagement von Vereinen, das vom Allerfeinsten ist“. Die rührigen Ehrenamtler zeigten, wie Vereine über ihre unterschiedlichsten sportlichen Angebote hinaus soziale Verantwortung übernehmen und Menschen miteinander verbinden. „Das ist in Zeiten großer gesellschaftlicher und menschlicher Herausforderungen wichtiger denn je“, urteilte Lewentz. Auch LSB-Präsidentin Augustin („Nachdem wir beim Landesportball nochmal unsere Weltmeister und Olympiasieger haben hochleben lassen, sind wir heute hier, um den Breitensport zu würdigen – das ist die Basis für alles“) schwärmte in hellen Tönen vom ehrenamtlichen Engagement der Vereine. Dadurch leisteten die Mitglieder weit mehr, als sie müssten. Sie seien ein Beispiel für andere und dokumentierten, wie Vereine über ihre vielfältigen sportlichen Angebote hinaus soziale Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. Augustins Fazit: „Wieder einmal haben die Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz unter Beweis gestellt, was alles mit Begeisterung und Kreativität erreicht werden kann.“

Ausgezeichnet wurden die Vereine für herausragende gesellschaftliche Leistungen in den Bereichen Integration, Gewaltprävention, Umweltschutz und Gleichstellung. Exakt 194 Vereine aus ganz Rheinland-Pfalz hatten sich um die „Sterne des Sports“ beworben. Die Jury aus Vertretern der Sportverbände, Sportlern, Journalisten und Pressevertreter hatte es bei der Kür der Sieger auf Landesebene ganz und gar nicht einfach. Die Entscheidungen fielen knapp aus. Manchmal waren es wohl Millimeterentscheidungen.

Nachdem das Geheimnis um den Sieger gelüftet war, kannte der Jubel bei den Kruftern keine Grenzen mehr. Die Eifelaner waren mit deutlich mehr als einem Dutzend Mann angereist und trugen allesamt grasgrüne Schals. Die Herren zeigten ihr breitestes Lächeln und hörten auch Minuten nach der Verkündung noch nicht auf, über beide Ohren zu strahlen. „Kruft in Berlin – ja, ich kann das schon fassen“, sagte Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel. „Einfach gemeinsam sind nicht nur zwei Worte, sondern das ist eine Bewegung, die in Kruft unterwegs ist.“ Die DJK Alemannia 1921 Kruft und der Turnverein 1896 Kruft hatten sich bei der VR Bank Rhein-Mosel beworben. „Wie Menschen mit Behinderung sich freuen können, ist einfach klasse“, machten TV-Vorsitzender Helmut Breitbach und Projektleiter Reiner Plehwe, Geschäftsführer der DJK Kruft-Kretz, im Plausch mit Moderator Olaf Holzbach deutlich. Breitbach verriet: „Wir sind zwei Vereine, die früher gegeneinander waren – und heute sind wir miteinander.“

Quelle: http://www.lsb-rlp.de/medien/pressemitteilungen/2887-der-oscar-des-breitensports-geht-in-die-eifel

Ortgemeinde Kruft